{"id":54,"date":"2016-02-06T14:20:27","date_gmt":"2016-02-06T13:20:27","guid":{"rendered":"http:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/?p=54"},"modified":"2016-04-13T14:49:39","modified_gmt":"2016-04-13T13:49:39","slug":"wandern-in-buelach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/?p=54","title":{"rendered":"Shake, rattle and roll"},"content":{"rendered":"<p><em>Mit dem Canadian von Toronto nach Vancouver \u2013 eine Reise von drei Tagen und vier N\u00e4chten, deren Luxus im Zwang zum Nichtstun besteht.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_19\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-19\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-19\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC02062-800x532.jpg\" alt=\"Bea bei der Abreise in Jasper\" width=\"700\" height=\"466\" srcset=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC02062-800x532.jpg 800w, https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC02062-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-19\" class=\"wp-caption-text\">Bea bei der Abreise in Jasper<\/p><\/div>\n<p>Fast 4500 Kilometer in drei Tagen und vier N\u00e4chten, und zwar ohne Handynetz oder Internetverbindung. Da muss man abschalten, Funkstille aushalten k\u00f6nnen. Der Anfang ist noch ganz leicht: Abfahrt um 22 Uhr ab Toronto, Union Station. Einen ganzen Tag Zeit also, um die dringendsten Mails zu erledigen und B\u00fccher oder Zeitschriften herunterzuladen. Drei Tage und vier N\u00e4chte, das dauert.<\/p>\n<p>Beim Begr\u00fcssungsschampus \u2013 na ja, was Sprudelndes, jedenfalls \u2013macht uns Denis, unser Host im sogenannten Action Car 1, mit den Eigenheiten dieser Zugsreise bekannt. F\u00fcr die Mahlzeiten, die in der Sleeper-plus-Klasse alle im Preis inbegriffen sind, muss man sich jeden Tag neu f\u00fcr eine Zeit entscheiden, einzig Fr\u00fchst\u00fcck gibt\u2019s jederzeit, sofern es Platz hat. Das erste Lunch-Sitting ist um 11 Uhr, das zweite zirka um 12.30 und das dritte um 14 Uhr. Abendessen beginnt dementsprechend um 17 Uhr. Als ich eincheckte, gabs f\u00fcr den ersten Tag nur noch Platz im dritten Sitting. Ist mir sehr recht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_62\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-62\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-62 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Toronto_Winnipeg-800x500.jpg\" alt=\"Denis k\u00fcmmert sich zwischen Toronto und Winnipeg um die G\u00e4ste im Activity Car\" width=\"700\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Toronto_Winnipeg-800x500.jpg 800w, https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Toronto_Winnipeg-300x187.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-62\" class=\"wp-caption-text\">Denis k\u00fcmmert sich zwischen Toronto und Winnipeg um die G\u00e4ste im Action Car 1<\/p><\/div>\n<p>Denis macht inzwischen den Entengang vor, der sich im Zug empfiehlt, wenn man nicht mit blaugestossenen Ellbogen oder gestauchten Handgelenken ankommen will. Die G\u00e4nge sind schmal, der Zug schaukelt und sch\u00fcttelt, doch wer zum Parkwagen am Schluss des Zuges will, muss da durch, im Extremfall 19 Waggons lang. 20 Wagen in der Sleeper-plus-Klasse f\u00fchrt unser Zug auf dem Abschnitt nach Winnipeg, dazu zwei Economy-Wagen, aber die Billigreisenden d\u00fcrfen nicht weiter als bis zum ersten Speisewagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Davon gibt\u2019s zwei, beide mit einem vorgelagerten Action Car, der in der einen H\u00e4lfte Tische, Zietschriften, Spiele und einen Fernseher samt DVD-Player hat und in der anderen einen zweiten Stock mit Glasdach, weshalb er auch Dome car heisst. Dort oben ist meist voll, an den Tischen hats meist Platz, wenn nicht gerade Anfang Schulferien ist. Dann besuchen viele Familien ihre im ganzen Riesenland verstreuten Verwandten und dr\u00fccken das Durchschnittsalter im Canadian auf unter 50.<\/p>\n<div id=\"attachment_64\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-64\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-64 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-800x500.jpg\" alt=\"Das Puzzle liegt auf dem Tisch, wer will, f\u00fcgt ein paar Teilchen ein auf dem Weg zum oder vom Dining Car\" width=\"700\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-800x500.jpg 800w, https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-300x188.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-64\" class=\"wp-caption-text\">Das Puzzle liegt auf dem Tisch, wer will, f\u00fcgt ein paar Teilchen ein auf dem Weg zum oder vom Dining Car<\/p><\/div>\n<p>Wer f\u00fcr eine viert\u00e4gige Reise mehr bezahlt als f\u00fcr einen vierst\u00fcndigen Flug, hat Zeit. Viele der kanadischen Passagiere sind denn auch Rentner. Und wenige reisen individuell: Die Passagierverkehr-Sparte der Bahngesellschaft Canadian National, ohnehin nicht profitabel, w\u00fcrde ohne Reisegruppen kaum \u00fcberleben. Gleich zwei britische Gruppen sind in diesem Zug, sie sind nach Toronto geflogen, haben die Niagaraf\u00e4lle absolviert und werden ein oder zwei N\u00e4chte im Rocky-Mountains-Dorf Jasper bleiben, bevor sie nach Vancouver weiterreisen und von dort nach England zur\u00fcckfliegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im unteren Stock des Park Cars, der als Barwagen eingerichtet ist, sieht man die Pauschalreisenden selten, denn Alkoholika ist das einzige, wof\u00fcr man im Zug Bares braucht, alles andere ist inbegriffen. Dort, wo in Agatha-Christie-Verfilmungen Monsieur Poirot die Reisegesellschaft seziert und den M\u00f6rder \u00fcberf\u00fchrt, versammeln sich zur Apero-Zeit und nach dem Nachtessen vorwiegend die Einzelreisenden und die individuell reisenden Paare. Auch der Park Car \u2013jeder ist nach einem kanadischen Nationalpark benannt, in unserem Fall nach Banff National Park in den Rockies\u2013 hat einen oberen Stock mit Glasdach, aber vor allem hat er eine T\u00fcr nach hinten raus, die nat\u00fcrlich verschlossen ist. Aber toll, um den Schienen zuzusehen, wie sie sich im Nirgendwo verlieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_65\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-65\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-65 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-1-800x533.jpg\" alt=\"Traintrip\" width=\"700\" height=\"466\" srcset=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-1-800x533.jpg 800w, https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-65\" class=\"wp-caption-text\">W\u00e4lder und Seen, soweit das Auge reicht. Zwischen Toronto nach Winnipeg \u00e4ndert die Szenerie kaum<\/p><\/div>\n<p>Und Nirgendwo ist meist auf dieser Reise. Die sicher sehr sch\u00f6ne Strecke entlang des Ontariosees liegt leider im Dunkeln, nach dem Aufwachen am Morgen zieht eine Landschaft vorbei, die exakt dem entspricht, was man sich unter dem Kanada der Holzf\u00e4ller vorstellt: Wald, soweit das Auge reicht, Seen und Fl\u00fcsse, alle paar Stunden mal eine kleine Siedlung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Orte entlang der Zugstrecke verdanken ihre Existenz mehrheitlich eben dieser Strecke. Es sind sogenannte Railway Towns, entstanden, als die Eisenbahn das riesige Land zu erschliessen begann im vorletzten Jahrhundert. Manche haben \u00fcberlebt als Service-St\u00fctzpunkte der Eisenbahn, andere wurden zu Holzverarbeitungszentren, einige zu Geisterst\u00e4dten, weil der Zug dort nie hielt oder die Schienen letztlich doch woanders gelegt wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die eine der beiden Eisenbahngesellschaften, die einen Weg \u00fcber die Rockies fanden und die Erschliessung wirtschaftlich \u00fcberlebten, legte ihre Gleise entlang der Grenze zu den USA durch die Getreidekammer Kanadas, die andere verband in einem hohen Bogen die Bergbaust\u00e4dte in Manitoba mit den M\u00e4rkten in Vancouver und Toronto. Diese Strecke ist heute die einzige, die noch f\u00fcr den Passagierverkehr genutzt wird, doch auch sie geh\u00f6rt einer Gesellschaft, die ihr Geld mit dem G\u00fcterverkehr macht. Das heisst, dass G\u00fcterz\u00fcge immer und jederzeit Vortritt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_67\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-67\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-67 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC01263-800x532.jpg\" alt=\"Zug\" width=\"700\" height=\"466\" srcset=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC01263-800x532.jpg 800w, https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC01263-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><p id=\"caption-attachment-67\" class=\"wp-caption-text\">Der Schwesterzug kreuzt. M\u00f6glich ist das nur an ganz wenigen Stellen, und meist muss einer der beiden Z\u00fcge auf den andern warten<\/p><\/div>\n<p>Zum Beispiel jetzt. Seit einigen Minuten stehen wir, und soeben kam die Durchsage, dass wir mindestens 20 Minuten warten w\u00fcrden. Die Strecke ist mehrheitlich eingleisig, Ausweichgleise gibt\u2019s in weiten Abst\u00e4nden. Der Fahrplan wird denn auch bei der Abfahrt in Toronto letztmals eingehalten. Nach etwa 30 Minuten ruckt der Zug wieder an, und dieses Rucken wird mich einige Male aufwecken in dieser ersten Nacht an Bord.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Raucher an Bord hoffen beim ersten G\u00fcterzughalt noch auf eine schnelle Zigarette, doch aussteigen darf auf offener Strecke und in stockdunkler Nacht niemand. Denis bietet einen Weckdienst an f\u00fcr den n\u00e4chsten Stopp, der das Aussteigen erlaubt. Er ist vorgesehen f\u00fcr 3.40 Uhr, niemand will geweckt werden. Die Handy- und Internet-Junkies haben noch keine Entzugserscheinungen, wir sind erst ein paar Stunden von Toronto und der Zivilisation entfernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_69\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-69\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-69 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-3-800x500.jpg\" alt=\"SONY DSC\" width=\"700\" height=\"438\" \/><p id=\"caption-attachment-69\" class=\"wp-caption-text\">Die Kabinen sind winzig, aber das Bett ist ganz bequem. Tags\u00fcber wird es weggeklappt, an seine Stelle r\u00fccken zwei Sessel<\/p><\/div>\n<p>Das Kaj\u00fctenbett in den Zweierkabinen ist schmal, aber bequem, ein Waschbecken und eine abgetrennte Toilette in der Kabine bieten Privatsph\u00e4re, zum Duschen muss man in das Duschabteil am Ende des Wagens. Auch das ist winzig, aber zweckm\u00e4ssig, der Wasserstrahl \u00fcberraschend stark, das Wasser heiss. Als ich aufwachte, standen wir irgendwo im Nirgendwo, auf dem Weg in den Speisewagen sch\u00fcttelte der Zug bereits wieder. Gegen elf Uhr, also \u00fcber 12 Stunden nach der Abfahrt in Toronto, der erste regul\u00e4re Stopp, in Wattford, einer der Railway Towns. Raucher bekommen endlich einen Nikotinschub, der Koch versucht am Handy einen Ersatz f\u00fcr die K\u00fcchenhilfe aufzutreiben, die krank wurde, und Smartphones und Tablets sind in regem Gebrauch. Der Stopp ist der letzte regul\u00e4re bis Winnipeg am n\u00e4chsten Morgen. Das Aus- und Zusteigen ist an diversen Punkten zwischen den grossen Stationen m\u00f6glich, wobei man das anmelden muss, bevor der Zug die letzte regul\u00e4re Station verlassen hat \u2013 jeder Halt auf einer einspurigen Strecke ist ein logistisches Problem.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_66\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-66\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-66 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-2-e1456666024561-800x465.jpg\" alt=\"SONY DSC\" width=\"700\" height=\"407\" \/><p id=\"caption-attachment-66\" class=\"wp-caption-text\">Manitoba ist die Pr\u00e4rieprovinz Kanadas. Endlose Weiden und manchmal eine Kuh, die aus dem Rahmen f\u00e4llt<\/p><\/div>\n<p>Bis es dunkel wird, ziehen Nadelb\u00e4ume an uns vorbei, Seen, Fl\u00fcsse, ab und zu ein paar H\u00e4user. Anfangs scheint der Blick aus dem Fenster Sinn und Zweck dieser Reise zu sein, jede andere T\u00e4tigkeit ein Verrat. Bis einem d\u00e4mmert, dass diese Zugfahrt keinen Zweck erf\u00fcllen muss ausser dem, den man ihr gibt. Beispielsweise, endlich mal ungest\u00f6rt stundenlang lesen zu k\u00f6nnen. Oder Denis zuzuh\u00f6ren, der etwas \u00fcber die Geschichte Kanadas erz\u00e4hlt, ein paar Teilchen f\u00fcrs Puzzle zu finden, das angefangen auf einem der Tische im Action Car liegt, an der Weindegustation teilzunehmen, die mangels Weinangebot h\u00f6chstens eingefleischte Biertrinker zu beeindrucken vermag.<\/p>\n<p>Zwischen den W\u00e4ldern Ontarios und den Rockies liegt die Pr\u00e4rie: Hunderte Kilometer Grassteppe, ab und zu ein Bergbau-St\u00e4dtchen, dann wieder Grasland mit unendlichem Himmel dar\u00fcber. Erst als wir uns am dritten Tag Jasper n\u00e4hern, mit rund dreist\u00fcndiger Versp\u00e4tung, wird die Szenerie spannender. Der Anstieg zu den Rocky Mountains f\u00fchrt vorbei an spektakul\u00e4ren Wasserf\u00e4llen und \u00fcber hohe Viadukte, die Kameras sind in Dauergebrauch. Und nach Jasper, wo die regul\u00e4re Abfahtrszeit kaum je eingehalten wird und deshalb schneller Nacht wird, als man aus aussichtstechnischen Gr\u00fcnden hoffen w\u00fcrde, ist die Reise bald vorbei. Eine letzte Nacht im Zug, ein letzter Schlummertrunk im Park Car, der in angeregter, zuf\u00e4llig entstandener Runde ausgedehnter wird als erwartet und die Wanderung zur\u00fcck ins Abteil noch etwas schwankender macht als sonst.<\/p>\n<div id=\"attachment_70\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-70\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-70 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Traintrip-4-800x500.jpg\" alt=\"SONY DSC\" width=\"700\" height=\"438\" \/><p id=\"caption-attachment-70\" class=\"wp-caption-text\">Endlich, nach der Abfahrt in Jasper r\u00fccken die Rockies ins Bild. Es wird allerdings bald dunkel, bis zum Morgen haben wir die Ebene erreicht und rollen am Fluss entlang Richtung Vancouver<\/p><\/div>\n<p>Die zuf\u00e4lligen Begegnungen machen den Reiz dieser Zugsreise aus. Ich begegne Zugfans, die jede ber\u00fchmte Strecke abfahren, vier Indern im besten Alter , die sich einmal im Jahr in Begleitung ihrer Frauen f\u00fcr eine Reise treffen, um den gemeinsamen College-Abschluss in Mumbai zu feiern. Der Kleinkindererzieherin aus Edmonton, die einst aus British Columbia wegzog, um n\u00e4her bei ihren T\u00f6chtern zu sein, die inzwischen aber wieder zur\u00fcck nach BC gezogen sind. Normalerweise fliege sie nach Vancouver, aber einmal wollte sie den Zugtrip machen. Dem Paar aus Toronto, das zuf\u00e4llig ein Inserat f\u00fcr die Halbpreisaktion von Canadian National sah und die Gelegenheit ergriff, der Amerikanerin, die nach drei Monaten bei einer Freundin in Iowa keine Lust auf eine schnelle Heimreise hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_68\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-68\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-68 size-large\" src=\"https:\/\/bea-emmenegger.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC01275-800x532.jpg\" alt=\"Traintrip\" width=\"700\" height=\"466\" \/><p id=\"caption-attachment-68\" class=\"wp-caption-text\">Frauenrunde im Park Car. Wer mit dem Zug durch das riesige Kanada f\u00e4hrt, hat Zeit f\u00fcr ein Schw\u00e4tzchen<\/p><\/div>\n<p>Ich begegnete auch den Teilnehmern der britischen Reisegruppe, die sich auf dem Trip langweilten, den Reisenden, die f\u00fcr die drei Stunden Versp\u00e4tung in Jasper kein Verst\u00e4ndnis aufbringen konnten, und jenen, die 20 Dollar f\u00fcr eine halbe Flasche Wein im Speisewagen \u00fcberrissen fanden.<\/p>\n<p>Aber ich traf niemanden, der unter Handy- und Internetentzug gelitten h\u00e4tte. Eine Generation anzgeh\u00f6ren, die geniessen kann, ohne umgehend zu liken, hat auch Vorteile.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Canadian von Toronto nach Vancouver \u2013 eine Reise von drei Tagen und vier N\u00e4chten, deren Luxus im Zwang zum Nichtstun besteht. Fast 4500 Kilometer in drei Tagen und vier N\u00e4chten, und zwar ohne Handynetz oder Internetverbindung. 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